Wer muss die Kosten eines Rechtsstreits (Anwalts- und Gerichtskosten) im Zivilverfahren tragen?

Es ist grundsätzlich erst einmal so, dass jeder seinen Rechtsanwalt selber bezahlen muss (von Prozesskostenhilfe einmal abgesehen). Die klägerische Partei hat auch grundsätzlich einen Gerichtskostenvorschuss zu bezahlen. Ohne den Gerichtkostenvorschuss wird das Gericht nicht tätig und stellt dem Gegner die Klage erst gar nicht zu. Nach beendetem Rechtsstreit bestimmt das Gericht im Urteil, wer in welcher Höhe die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hat (dies richtet sich wieder nach dem Obsiegen und Obliegen in dem jeweiligen Rechtsstreit). Obsiegt beispielsweise der Kläger vollumfänglich, also der Klage wird stattgegeben, ist die automatische Folge, dass der Gegner die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hat. Umgekehrt ist es, wenn die Klage abgewiesen wird. Dann hat der Kläger dem Beklagten sämtliche Kosten des Rechtsstreits zu erstatten.

Anwaltskosten und Gerichtskosten

Wer also vollumfänglich in einem Rechtsstreit obsiegt, kann seine Anwaltskosten und ggfs. gezahlten Gerichtskosten gegen den Gegner durch einen sogenannten Kostenfestsetzungsbeschluss festsetzen lassen und hat einen Erstattungsanspruch gegen den Prozessgegner.
Es kann auch vorkommen, dass ein Vergleich geschlossen wird, der eine Verteilung der Anwaltskosten und Gerichtskosten nach Quoten vorsieht und sich jede Partei anteilig an den Kosten des Rechtstreits zu beteiligen hat.