Ehevertrag: Welche Kosten entstehen beim Notar?

Februar 16, 2026

Nils-Jasper Schuler

Notar in Hannover

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Der Ehevertrag ist ein zentrales Instrument der privaten Vermögens- und Vorsorgeplanung. Er ermöglicht es Ehegatten, die gesetzlichen Regelungen zu Güterstand, Versorgungsausgleich und Unterhalt individuell anzupassen. In der Praxis stellt sich dabei regelmäßig die Frage, was ein Ehevertrag für Kosten beim Notar verursacht und warum eine notarielle Beurkundung zwingend erforderlich ist.

Unser Notariat berät umfassend zur Gestaltung von Eheverträgen. Rechtsanwalt und Notar Nils-Jasper Schuler in Hannover entwickelt Lösungen für private und unternehmerische Vermögensverhältnisse. Für eine persönliche Beratung steht Ihnen unser Notariat gerne zur Verfügung. Nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt zu uns auf.

Was ist ein Ehevertrag?

Der Ehevertrag ist eine privatrechtliche Vereinbarung zwischen Ehegatten oder zukünftigen Ehegatten. Er regelt vermögensrechtliche und unterhaltsrechtliche Fragen, die ansonsten gesetzlich vorgegeben sind. Ziel ist es, individuelle Lebens- und Vermögensverhältnisse angemessen abzubilden und spätere Konflikte zu vermeiden.

Typische Regelungsbereiche eines Ehevertrags sind unter anderem:

  • Wahl oder Modifikation des Güterstands
  • Ausschluss oder Anpassung des Zugewinnausgleichs
  • Regelungen zum Versorgungsausgleich
  • Vereinbarungen zum nachehelichen Unterhalt
  • Absicherung unternehmerischer Vermögenswerte
  • Berücksichtigung erbrechtlicher Interessen

Der Ehevertrag entfaltet rechtliche Wirkung sowohl während der Ehe als auch im Fall der Trennung oder Scheidung. Gerade bei größeren Vermögenswerten oder komplexen Einkommensstrukturen ist er ein zentrales Gestaltungsmittel.

Ist ein Ehevertrag ohne Notar wirksam?

Ein Ehevertrag unterliegt zwingenden Formvorschriften. Nach § 1410 BGB ist die notarielle Beurkundung gesetzlich vorgeschrieben. Ein privatschriftlicher Ehevertrag ist unwirksam und entfaltet keinerlei rechtliche Bindung.

Die notarielle Beurkundung dient dem Schutz beider Ehegatten. Der Notar stellt sicher, dass der Vertragsinhalt klar, ausgewogen und rechtlich zulässig ist. Zudem klärt er über Tragweite und mögliche Folgen der getroffenen Regelungen auf.

Ohne notarielle Beurkundung besteht keine Rechtssicherheit. Vereinbarungen zu Zugewinn, Unterhalt oder Versorgungsausgleich sind dann rechtlich unbeachtlich, selbst wenn beide Ehegatten sie unterschrieben haben.

Wann ein Ehevertrag besonders empfehlenswert ist

Ein Ehevertrag bietet sich insbesondere an bei:erheblichem Vermögensunterschied zwischen den Ehegattenselbständiger oder unternehmerischer TätigkeitBeteiligungen an Unternehmen oder Gesellschafteninternationalen Bezügenzweiten Ehen oder Patchwork-Familienerwarteten Erbschaften oder Schenkungen

Notar: Risiken ohne Ehevertrag

Ohne Ehevertrag gelten automatisch die gesetzlichen Regelungen. Diese passen nicht in allen Lebenssituationen zu den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen der Ehegatten.

Mögliche Folgen sind:

  • umfassender Zugewinnausgleich bei Scheidung
  • erhebliche Ausgleichszahlungen trotz getrennter Vermögensführung
  • Gefährdung von Unternehmen oder Praxisvermögen
  • langwierige und kostenintensive Scheidungsverfahren
  • ungewollte Unterhaltsverpflichtungen

Ein individuell gestalteter Ehevertrag schafft klare Verhältnisse und reduziert das Konfliktpotenzial erheblich. Er ist nicht Ausdruck von Misstrauen, sondern Bestandteil vorausschauender Vermögensplanung.

Ablauf der Erstellung eines Ehevertrags beim Notar

Die Erstellung eines Ehevertrags folgt einem strukturierten und rechtlich klar definierten Ablauf.

Zu Beginn steht ein Beratungsgespräch. Der Notar erläutert die persönlichen, wirtschaftlichen und familiären Verhältnisse der Ehegatten. Dabei werden Vermögenswerte, Einkommen, berufliche Perspektiven und mögliche Risiken berücksichtigt.

Im nächsten Schritt erfolgt die rechtliche Gestaltung. Der Vertragsentwurf wird so formuliert, dass er den Interessen beider Ehegatten gerecht wird und den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Bestehende erbrechtliche oder gesellschaftsrechtliche Strukturen werden einbezogen.

Anschließend wird der Ehevertrag notariell beurkundet. Der Notar verliest den Vertrag, erläutert den Inhalt und stellt sicher, dass beide Ehegatten die Regelungen verstanden haben. Erst mit der notariellen Beurkundung erlangt der Ehevertrag seine Wirksamkeit.

Notarielle Beurkundung: Was prüft der Notar?

Der Notar übernimmt eine zentrale Schutz- und Kontrollfunktion. Er prüft insbesondere:

  • die Geschäftsfähigkeit beider Ehegatten
  • die Freiwilligkeit der Erklärungen
  • die inhaltliche Ausgewogenheit des Vertrags
  • die Vereinbarkeit mit geltendem Recht

Ein Ehevertrag darf nicht sittenwidrig sein. Extreme Benachteiligungen eines Ehegatten, insbesondere in Kombination von Regelungen zu Zugewinn, Versorgungsausgleich und Unterhalt, sind rechtlich angreifbar. Die notarielle Beratung dient dazu, solche Risiken frühzeitig zu vermeiden.

Kosten: Was kostet ein Ehevertrag beim Notar?

Die Kosten eines Ehevertrags beim Notar richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz. Die Gebühren sind bundesweit einheitlich geregelt und nicht frei verhandelbar.

Maßgeblich ist der sogenannte Geschäftswert. Dieser orientiert sich am Vermögen der Ehegatten, das durch den Ehevertrag geregelt wird. Berücksichtigt werden unter anderem:

  • Vermögenswerte beider Ehegatten
  • Unternehmensbeteiligungen
  • Immobilien
  • Kapitalvermögen

Je höher der Geschäftswert, desto höher sind die Notarkosten. Die Gebühren ergeben sich aus festen Gebührentabellen.

Beispielhafte Kostenstruktur

Bei durchschnittlichen Vermögensverhältnissen bewegen sich die Notarkosten für einen Ehevertrag häufig im Bereich von mehreren hundert bis wenigen tausend Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls Entwurfs- und Beratungsleistungen.

Die Kosten stehen regelmäßig in einem angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Bedeutung des Ehevertrags. Insbesondere im Vergleich zu möglichen finanziellen Folgen einer Scheidung ohne Ehevertrag fallen sie moderat aus.

Können die Kosten reduziert werden?

Eine Reduzierung der Notarkosten ist nur begrenzt möglich, da diese gesetzlich festgelegt sind. Der Geschäftswert kann jedoch durch eine gezielte und sachgerechte Vertragsgestaltung beeinflusst werden.

So ist es nicht notwendig, sämtliches Vermögen detailliert in den Ehevertrag aufzunehmen, wenn bestimmte Bereiche ausdrücklich ausgenommen werden. Eine rechtlich kluge Strukturierung wirkt sich nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Kosten aus.

Ehevertrag und Steuerrecht: Wichtige Schnittstellen

Eheverträge haben regelmäßig steuerliche Auswirkungen. Dies gilt insbesondere bei der Übertragung von Vermögenswerten, der Regelung von Unternehmensbeteiligungen oder im Zusammenhang mit späteren Erbfällen.

Eine unbedachte Gestaltung kann steuerliche Nachteile auslösen. Daher ist es sinnvoll, Eheverträge unter Berücksichtigung erbrechtlicher und steuerrechtlicher Aspekte zu gestalten. Gerade bei vermögenden Ehegatten oder Unternehmern ist eine interdisziplinäre Beratung unerlässlich.

Wann brauche ich einen Ehevertrag beim Notar?

Die notarielle Mitwirkung beschränkt sich beim Ehevertrag nicht auf die formale Beurkundung. Sie umfasst eine umfassende rechtliche Kontrolle und Absicherung des Vertragsinhalts.

Die wichtigsten Vorteile eines notariellen Ehevertrags sind:

  • gesetzlich zwingende Wirksamkeit
  • rechtskonforme und eindeutige Formulierungen
  • Belehrung über rechtliche und wirtschaftliche Folgen
  • Schutz vor einseitiger Benachteiligung
  • hohe Bestandskraft im Scheidungsfall
  • geringeres Risiko einer späteren gerichtlichen Unwirksamkeit

Gerade im Scheidungsfall prüfen Familiengerichte Eheverträge auf ihre inhaltliche Ausgewogenheit. Eine notarielle Gestaltung reduziert das Risiko, dass einzelne Klauseln oder der gesamte Vertrag für unwirksam erklärt werden.

Fazit

Der Ehevertrag ist ein wirkungsvolles Instrument zur individuellen Gestaltung ehelicher Vermögensverhältnisse. Er schafft Klarheit, Rechtssicherheit und schützt vor wirtschaftlichen Risiken im Trennungsfall. Die notarielle Beurkundung ist gesetzlich vorgeschrieben und gewährleistet die Wirksamkeit des Vertrags.

Die Kosten eines Ehevertrags beim Notar richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und sind transparent sowie bundesweit einheitlich geregelt. Sie stehen in einem angemessenen Verhältnis zur rechtlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des Vertrags.

Wer Vermögen sichern, unternehmerische Strukturen schützen oder klare Regelungen für den Fall der Scheidung treffen möchte, profitiert nachhaltig von einem professionell gestalteten und notariell beurkundeten Ehevertrag.

Ein individuell gestalteter Ehevertrag schafft klare und rechtlich wirksame Verhältnisse. Rechtsanwalt und Notar Nils-Jasper Schuler in Hannover unterstützt Sie bei der rechtlichen Ausgestaltung Ihrer persönlichen Vermögenssituation. Vereinbaren Sie gerne einen Beratungstermin mit unserem Notariat.

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